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22.07.2026
Minijobs im Sport erhalten: Vereine brauchen praktikable Rahmenbedingungen
Der Deutsche Olympische Sportbund warnt vor den möglichen Folgen einer Abschaffung von Minijobs im Zuge der geplanten Rentenreform.

Aus Sicht des DOSB könnte eine solche Regelung bewährte Strukturen im Breiten- und Amateursport gefährden und den bestehenden Mangel an ehrenamtlich Engagierten weiter verschärfen.

Hintergrund ist eine Empfehlung der Alterssicherungskommission. Diese schlägt vor, geringfügige Beschäftigungsverhältnisse künftig ohne Opt-out-Möglichkeit in die gesetzliche Rentenversicherung einzubeziehen und ihren steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Sonderstatus abzuschaffen. Ausnahmen sollen nach der Empfehlung nur noch für Schülerinnen und Schüler gelten.

Minijobs sind im Sport oft Teil verlässlicher Vereinsarbeit

Im Sport sind Minijobs häufig kein Ersatz für vollzeitnahe Beschäftigung, sondern ein praktischer Baustein, um Vereinsarbeit verlässlich zu organisieren. Nach Angaben des DOSB sind derzeit rund 143.000 Menschen im Sport auf Minijob-Basis beschäftigt. Viele von ihnen engagieren sich als Trainerinnen, Trainer, Übungsleiterinnen oder Übungsleiter neben einer bereits bestehenden Vollzeit- oder vollzeitnahen Beschäftigung. Hinzu kommen Studierende sowie Rentnerinnen und Rentner, die sich in Sportvereinen einbringen.

In der Vereinspraxis können Minijobs sehr unterschiedliche Bereiche betreffen. Dazu gehören zum Beispiel Training und Übungsleitung, Betreuung von Kinder- und Jugendgruppen, Unterstützung im Kursbetrieb, Platz- und Anlagenpflege, Reinigung, kleinere Hausmeistertätigkeiten, Verwaltung, Veranstaltungsorganisation oder die Unterstützung bei Wettkämpfen und Vereinsangeboten.

Viele Vereine organisieren die Vergütung von Trainerinnen, Trainern, Übungsleiterinnen und Übungsleitern über die Übungsleiterpauschale, über Minijobs oder über eine Kombination beider Möglichkeiten. Gerade diese unterschiedlichen Möglichkeiten helfen Vereinen, Aufgaben mit begrenzten finanziellen Mitteln trotzdem zuverlässig abzusichern.

Bedeutung für die Sportvereine in Teltow-Fläming

Auch für die Sportvereine im Landkreis Teltow-Fläming ist die Debatte relevant. Der Kreissportbund Teltow-Fläming vertritt 182 Sportvereine mit rund 24.000 Mitgliedschaften. Ein erheblicher Teil der Vereinsarbeit wird dabei freiwillig und ehrenamtlich getragen.

Gleichzeitig gibt es Aufgaben, die regelmäßig, zuverlässig und mit klarer Verantwortung erledigt werden müssen. Gerade hier nutzen Vereine häufig verschiedene Formen der Vergütung und Anerkennung, etwa die Übungsleiterpauschale, Aufwandsentschädigungen oder geringfügige Beschäftigungen.

Eine pauschale Abschaffung oder deutliche Einschränkung von Minijobs könnte daher auch Sportvereine vor Ort zusätzlich belasten. Betroffen wären nicht nur große Mehrspartenvereine, sondern auch kleinere Vereine, die einzelne Aufgaben mit viel Engagement und begrenzten Mitteln organisieren.

Ehrenamt steht bereits unter Druck

Die Diskussion trifft auf eine Situation, in der viele Sportvereine bereits heute große Schwierigkeiten haben, ausreichend Menschen für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen und langfristig zu binden. Der DOSB verweist auf den Sportentwicklungsbericht, nach dem fast 60 Prozent der Vereine die Gewinnung und Bindung ehrenamtlicher Funktionsträgerinnen und Funktionsträger als größte Herausforderung benennen. 17,6 Prozent der Vereine sehen sich sogar durch den Mangel an Ehrenamtlichen in ihrer Existenz bedroht.

Der aktuelle Sportentwicklungsbericht zeigt zudem, dass die gesellschaftlichen Aufgaben der Sportvereine wachsen, während Personal, Engagement und Infrastruktur vielerorts unter Druck stehen. Gleichzeitig stagniert die Zahl der Trainerinnen, Trainer und Übungsleitenden, während die Vereine Mitgliederrekorde verzeichnen.

Besondere Situation des gemeinnützigen Sports berücksichtigen

Der Kreissportbund Teltow-Fläming unterstützt das Anliegen, die besondere Situation des gemeinnützigen Sports bei weiteren politischen Beratungen zu berücksichtigen. Eine Reform der Alterssicherung ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Sie sollte jedoch so ausgestaltet werden, dass sie bewährte Engagementstrukturen in Sportvereinen nicht zusätzlich erschwert.

Der DOSB schlägt vor, mögliche Ausnahmeregelungen nicht nur auf Schülerinnen und Schüler zu beschränken, sondern auch Studierende, Rentnerinnen und Rentner sowie Menschen mit bereits sozialversicherungsrechtlich abgesicherter Hauptbeschäftigung einzubeziehen. Alternativ bringt der DOSB eine eigenständige Bereichsausnahme für gemeinnützige Organisationen ins Gespräch.

Aus Sicht des Kreissportbundes ist entscheidend, dass Vereine auch künftig praktikable, rechtssichere und bürokratiearme Möglichkeiten behalten, Engagement zu organisieren und anzuerkennen. Wer Ehrenamt stärken will, sollte zusätzliche Hürden für Vereine vermeiden.

Weitere Entwicklung bleibt im Blick

Der Kreissportbund Teltow-Fläming wird die weitere Diskussion verfolgen und seine Mitgliedsvereine informieren, sobald sich konkrete Änderungen oder neue rechtliche Rahmenbedingungen abzeichnen.

Weitere Informationen bietet der DOSB in seinem Artikel „Minijobs im Sport erhalten und Ehrenamt wertschätzen“:

https://www.dosb.de/aktuelles/news/detail/minijobs-im-sport-erhalten-ehrenamtliches-engagement-wertschaetzen